Heinz Kreutz & Markus Graf
Begegnung zweier künstlerischer Positionen

Koketterie mit dem Zufall und Verwandlungen der Form
Zwei zeitgenössische Positionen im Dialog

Auf den ersten Blick könnten diese beiden zeitgenössischen Positionen nicht unterschiedlicher sein. Papiere, die ihre Wirkung durch zarte Linienstrukturen und rätselhafte Zeichen entfalten, treten mit dreidimensionalen Werken aus massivem Stahl in einen Dialog. Diese Begegnung ist ein bewusstes In-Beziehung-Setzen in der Absicht, das Außergewöhnliche, Einmalige und Unvergleichliche des jeweiligen künstlerischen Ausdrucks hervorzuheben.


Zugleich werden überraschende Parallelen sichtbar. Auffallend ist eine innere Bewegtheit, die beide Künstler antreibt und zu immer neuen Formulierungen führt. Spontan, frei und ungezwungen suchen sie nach gültigen Lösungen ihrer individuellen Intentionen. Die Ergebnisse sind stimmig und zeugen von einem souveränen Umgang mit dem jeweiligen Material. Sensibel und zugleich ausdrucksstark, gefühlvoll und zugleich rational durchdacht, abstrakt und zugleich assoziativ aufgeladen, erlebt der Betrachter Werke von ästhetischer Vielfalt und poetischer Wirkung.


Lebendig und anregend gestaltet sich dieser Dialog zwischen Heinz Kreutz und Markus Graf. Lebendigkeit beruht auf Veränderung, Bewegung und Entwicklung. Beide Künstler besitzen die nötige Energie, sich diesem Prozess zu stellen.

Annette Reich

Edition Markus Graf, "Falko", Stahl geschmiedet,
2011, H = 26 cm

Werke von Heinz Kreutz & Markus Graf

Kraftvoll und kunstfertig wie ein Feuergott
Der Schmied und Eisenplastiker Markus Graf

… denn nur mit seiner Menschenkraft er zwingt er die Form, die aus ihm heraus sich im Eisen manifestieren will. Mit der Feuer wärme macht er das erzene Produkt schmiegsamer und schweisst funkensprühend die einzelnen Teile aneinander, mit Wasser kühlt er beim Schmieden die Eisenstücke ab und Luft lässt das Rohmetall zu rostbraunen Gebilden werden.
Barbara Fatzer, 2010

Markus Graf beim Bearbeiten eines Werkes, 2009
Heinz Kreutz,
Bleistiftzeichnung,
1982, 15 x 10 cm
Markus Graf, "Il Faro",
Stahlkonstruktion, 2003, H = 300 cm,
Privatsammlung Luzern
Markus Graf, "Il Faro",
Stahl geschmiedet, 2011, H = 50 cm
Meine Zeichnungen sehe ich nicht farblos

Es sind Blätter, auf denen ich zwar das Hell-Dunkel-Thema zu gestalten suche, dabei aber immer dem Wesen einer zwar herben, aber dennoch reizvollen Farbskala nach - spüre: schwarz – grau – weiß.
Heinz Kreutz, 1976

Heinz Kreutz, Tuschzeichnung, 1958, 43 x 60 cm
Heinz Kreutz, Tuschzeichnung, 1958, 43 x 60 cm
Markus Graf, "Gezeiten", Stahl geschmiedet, 2005, L = 50 cm
Heinz Kreutz, Bleistiftzeichnung, 18.08.1982, 20 x 24,4 cm
Markus Graf, "Gezeiten", Stahl geschmiedet, 2007,
H = 33 cm, L = 43 cm
Ausstellung Quadriga, Frankfurter Kunstverein 1972
von links nach rechts: Bernard Schultze, Heinz Kreutz,
der Galerist Klaus Franck und K. O. Götz
Foto: Barbara Klemm
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